Ob für das private Medienstreaming, die Verarbeitung großer Bild- und Videodateien oder die skalierbare Datenfreigabe für gemeinsame Projekte, NAS kann sowohl im eigenen Zuhause als auch in Home Offices, Creative Labs und KMUs ein Gamechanger sein – wären da nicht zahlreiche Tücken, die NAS-Lösungen mit sich bringen.
Nutzen Sie ein NAS, sind Sie an das proprietäre Betriebssystem des Herstellers gebunden und erhalten trotz hoher Anschaffungskosten vergleichsweise wenig CPU-Leistung und eine schwache Energieeffizienz. Mini PCs als NAS sollen diese Probleme lösen. In diesem Artikel fragen wir uns, ob ein Mini PC als NAS sinnvoll ist und wie der Umstieg gelingt.
Warum Mini PC als NAS nutzen?
Ein NAS (Network Attached Storage) ist eine hervorragende Alternative zum Cloud-Speicher, die sowohl in Privathaushalten als auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen zum Einsatz kommt. Es schafft einen zentralen Server in einem lokalen Netzwerk (LAN/WLAN), auf den mehrere Benutzer und Geräte gleichzeitig zugreifen können.
Während der Markt allerhand fertige NAS-Lösungen, wie z. B. Synology, QNAP und Western Digital, hergibt, sind diese allerdings nicht ohne ihre Tücken. Nutzen Sie ein Fertig-NAS, sind Sie an die Software des Herstellers gebunden, erhalten recht wenig CPU-Leistung und können nur durch teure Expansionen skalieren – und das, obwohl NAS ohnehin schon recht kostspielig sind.
Der Einsatz von Mini PCs als NAS soll einige dieser Probleme lösen. Richten Sie einen Mini PC als Homeserver ein, erhalten Sie immerhin „echte“ PC-Performance, freie Softwarewahl und mehr Flexibilität bei der Expansion. Außerdem lösen Mini PCs einige der kosmetischen Probleme klassischer NAS-Systeme, die doch recht klobig daherkommen.
Vorteile von Mini PC NAS vs traditionellen NAS
Ist die Nutzung eines Mini PCs als NAS sinnvoll? Diese Vorteile sprechen dafür:
- Flexible Softwarewahl: Richten Sie einen Mini PC als NAS ein, sind Sie nicht an das proprietäre Betriebssystem des Herstellers gebunden.
- Echte PC-Performance: Im Gegensatz zu NAS haben Mini PC in der Regel eine bessere CPU-Leistung und einen größeren RAM-Speicher.
- Bessere Skalierbarkeit: Statt in kostspielige Hersteller-Expansionen zu investieren, können Sie einen Mini PC als NAS gezielt und flexibel erweitern.
- Kompakte Größe: Mini PCs sind kaum größer als ein Notizblock und lassen sich unbemerkt auf der Arbeitsfläche verstauen.
- Weniger Verbrauch: Ein NAS läuft im Dauerbetrieb. Nutzen Sie einen Mini PC als NAS, profitieren Sie von dessen niedrigem Stromverbrauch und Lärmpegel.
Mini NAS vs. Cloud-Speicher: Kosten und Kontrolle
Die Einrichtung eines Mini PCs als NAS klingt nach viel Arbeit? Wir verraten Ihnen, wann sich ein Mini-NAS mehr als einn Cloud-Speicher lohnt:
- Einmalige Kosten vs. laufende Abos: Richten Sie ein Mini-NAS ein, zahlen Sie einmalig für die Einrichtung. Cloud-Speicherlösungen werden stattdessen monatlich abgerechnet. Langfristig ist das deutlich teurer, besonders bei mehreren Geräten.
- Offline vs. Online: Um auf Ihre Daten im Cloud-Speicher zuzugreifen, müssen Sie eine Internetverbindung haben. Ein Mini-NAS bietet auch ohne Internetverbindung vollen Zugriff auf Ihre Daten und Medien.
- Kontrolle und Datenschutz: Nutzen Sie einen Cloud-Speicher, geben Sie die Sicherheit Ihrer Daten in die Hände des Cloud-Anbieters. Mit einem Mini-NAS haben Sie die volle Kontrolle – und damit auch mehr Datenschutz.
Typische Anwendungsfälle für Mini PC NAS

Die Anwendungsfälle für Mini PC NAS für Privathaushalte und KMUs sind vielfältig. Anbei fünf der gängigsten Anwendungsfälle von NAS:
- Heim-Medienserver: Ein Mini PC NAS lässt sich als heimischer Medienserver einrichten, der den geräteunabhängigen Zugriff auf Fotos, Filmen und Musik erlaubt.
- Zentrale Dateiablage: Foto- und Videographen können ein Mini NAS nutzen, um große Datenmengen zu verwalten und gemeinsam zu bearbeiten.
- Software Labs: Softwareentwickler können Mini NAS nutzen, um Projekte in einer isolierten Umgebung zu testen, ohne den Arbeitsrechner zu belasten.
- VPN & Adblocker: Ein Mini NAS lässt sich als Virtual Private Network (VPN) und Adblocker einsetzen. So surfen alle Nutzer des Homeservers sicherer
- Backups & Sicherheit: Regelmäßige Backups von Geräten auf dem Mini NAS stellen sicher, dass Ihre Daten nicht verloren gehen und sicher verwahrt werden.
Die wichtigsten Anforderungen an einen Mini PC für NAS
Eines können wir schon jetzt sagen: Ja, Sie können einen Mini PC als NAS einrichten und das kann einige Vorteile mit sich bringen. Aber Achtung: Bei der Anschaffung eines Mini PCs für Ihre neue NAS-Lösung sollten Sie einige Dinge beachten.
Dies sind drei wichtige Anforderungen an einen Mini PC für die Nutzung als NAS:
Prozessor und RAM: Was Sie wirklich brauchen
Wir haben bereits angesprochen, dass Mini PCs klassische NAS-Lösungen mit ihren besseren Prozessoren und Arbeitsspeicher übertrumpfen. Aber wieviel CPU und RAM benötigen Sie wirklich?
Die genauen Anforderungen hängen natürlich davon ab, wofür Sie Ihr NAS einsetzen wollen. In jedem Fall sollten Sie aber sicherstellen, dass Sie einen Mini PC einen leistungsfähigen Prozessor mit mindestens 4 Kernen und 8 GB RAM anschaffen.
Netzwerk: 2.5GbE für schnellen Datentransfer
Für schnellen Datenzugriff und Datentransfers benötigen Sie ein allermindestens Gigabit-Ethernet; sprich: 1GbE. Bei einem Ethernet-Anschluss von mindestens 2.5GbE erhalten Sie die gewünschte Leistung bei Datenübertragungen im Netzwerk.
Und wenn wir schon bei Anschlüssen sind: Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit auch weitere LAN-Ports, USB-Anschlüsse und Thunderbolts. Diese werden bei der Link Aggregation und Trennung von Netzwerken bzw. der Skalierung der Speicherkapazität eine Rolle spielen.
Energieverbrauch im Dauerbetrieb
Ein NAS ist rund um die Uhr an den Strom angeschlossen. Deshalb müssen Sie vor der Anschaffung unbedingt auf den Energieverbrauch des Mini PCs schauen, um sich nicht selbst eine Energiekosten-Falle zu verbauen.
Grundsätzlich ist ein Mini PC zwar energieeffizienter als ein eigenständiges NAS, zwischen einzelnen Mini PCs kann es dennoch deutliche Unterschiede geben. Achten Sie darauf, dass Ihr Mini PCs einen Idle-Verbrauch von weniger als 15 Watt hat.
Die besten Mini PCs als NAS in 2026
Für den Einsatz in den eigenen vier Wänden ist eine Einstiegslösung oft schon ausreichend. Bei großen Datenarchiven sollten Sie wiederum Raum für Skalierung schaffen. Bei steigenden Nutzerzahlen und ambitionierten Anwendungsfällen sollten Sie auch bei der Hardware höher ansetzen. Wir haben uns bei Mini-PC-Hersteller GEEKOM nach passenden Lösungen umgesehen.
Dies sind die besten Mini PCs als NAS für drei Anwendungsfälle:
Budget-Modelle (bis 500€): Einstieg ins Mini NAS
Der GEEKOM A5 Mini PC ist eine solide Einstiegslösung für ein Mini NAS, die Sie bereits für 449 € erhalten können. Der GEEKOM A5 bietet Top-Konditionen für leistungsstarke Homeserver, wie z. B. einen AMD Ryzen 5 7430U Prozessor, 16 GB RAM und mindestens 512 GB SSD. Er verfügt über einen 2.5GbE Ethernet-Anschluss und mehrere USB-Ports. Bei Bedarf lässt er sich auf bis zu 64 GB RAM und 5 TB SSD skalieren.

Mittelklasse (500-1.000€): Optimal für Heimanwender

Der GEEKOM A5 Pro 2026 Edition Mini PC ist eine leistungsstarke Einstiegslösung für ein Mini NAS, die Sie bereits ab 600 € erhalten können. Der A5 Pro 2026 Edition bietet Top-Konditionen für leistungsstarke Homeserver, wie z. B. einen AMD Ryzen™ 5 7530U Prozessor mit 6 Kernen und 12 Threads, 16 GB Hochleistungs-RAM und 1 TB SSD für starke Performance in Alltag, Arbeit und kreativen Workflows. Er verfügt über einen 2,5G LAN-Anschluss für stabile, schnelle Verbindungen sowie mehrere USB-Ports. Bei Bedarf lässt er sich flexibel auf bis zu 64 GB RAM und 3 TB Speicher skalieren.
Premium (1.000€+): Professionelle Anforderungen
Für KMUs eignet sich dagegen der GEEKOM GT15 Max Mini PC, den Sie aktuell ab 1.169 € erhalten. Dieser Mini PC für professionelle Anwendungen glänzt mit seinem Intel Core U9-285H Prozessor, bis zu 99 TOPS KI-Leistung, bis zu 128 GB RAM und bis zu 4 TB SSD. Darüber hinaus verfügt er über zwei 2.5GbE Ethernet-Anschlüsse und zahlreiche weitere USB-Anschlüsse.

NAS-Software: TrueNAS, OMV & Unraid im Vergleich
Bei der Einrichtung Ihres Mini PCs als NAS haben Sie regelrecht die Qual der Wahl. Um Ihnen die Auswahl zwischen Dutzenden von NAS-Softwares zu erleichtern, haben wir drei Lösungen für Sie verglichen.
Dies sind drei der besten NAS-Softwares für Mini PCs:
TrueNAS: Die führende Open-Source NAS-Lösung
TrueNAS ist ein leistungsstarkes, Open-Source-Betriebssystem für NAS-Lösungen, das auf einem ZFS-Dateisystem beruht, das vor allem durch seine hohe Datensicherheit überzeugt. Diese umfassen u. a. Snapshot- und Replikationsfunktionen, die im Ernstfall entscheidend sein können, um Ihre Daten zu rechnen. Angesichts ihres hohen RAM-Bedarfs ist diese NAS-Software vor allem für intensive Heimanwender und Unternehmen geeignet.
OpenMediaVault für Einsteiger
Haben Sie weder umfassendes Know-How über NAS-Software, noch die nötige Hardware, um TrueNAS zum Laufen zu bringen, dürfte OpenMediaVault die passende Lösung für Sie sein. OpenMediaVault ist eine kostenlose Linux-basierte NAS-Software für Einsteiger, die mit ihrer benutzerfreundlichen Oberfläche und recht niedrigen Hardware-Anforderungen besonders für Medienstreaming und kleinere Datenspeicher geeignet ist.
Unraid: Flexibilität für gemischte Festplatten
Planen Sie, etwa im Zuge der Skalierung, unterschiedliche Festplattengrößen zu verbauen, sollten Sie auf die NAS-Software Unraid setzen. Unraid ist eine weitere Linux-basierte NAS-Software, die sich durch ihre Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität auszeichnet. Der USP von Unraid ist dabei ganz der Anschluss von Festplatten unterschiedlicher Größe und unterschiedlichen Alters.
Mini PC als NAS einrichten: Praxisanleitung
Sie haben keine Idee, wo Sie mit der Einrichtung eines Mini PCs als NAS anfangen sollen? Wir geben Ihnen in aller Kürze einen Überblick über die wichtigsten ersten Schritte.
Folgen Sie diesen drei Schritten, um Ihren Mini-NAS einzurichten:
Mini-PC als NAS einrichten –
3 Schritte zur eigenen Cloud
Von der Hardware-Installation bis zum fertigen Netzwerkspeicher
Hardware-Installation & BIOS-Konfiguration
NAS-Betriebssystem installieren (TrueNAS / OMV)
NAS konfigurieren & Speicher erweitern
Fazit: Der richtige Mini PC für Ihre NAS-Anforderungen
Ist es also möglich, einen Mini PC als NAS zu verwenden? Ja, ist es. Und in vielen Fällen kann das sogar wirklich sinnvoll sein. Ein Mini NAS ist nämlich deutlich flexibler als ein herkömmliches NAS, leistungsfähiger, skalierbarer und dazu noch viel leichter auf der Arbeitsfläche zu verstauen.
Suchen Sie noch nach dem passenden Mini PC für ein NAS, der bereits die nötigen Hardware-Voraussetzungen erfüllt, sollten Sie auch GEEKOM Mini PCs berücksichtigen. Als etablierter Mini-PC-Hersteller bieten wir passende Homeserver-Lösungen für Einsteiger, Heimanwender und Unternehmen – mit drei Jahren Garantie und über fünf Jahren stabiler Leistung.
Häufige Fragen zu Mini PC NAS
Kann jeder Mini PC als NAS verwendet werden?
Ja, grundsätzlich schon. Die NAS-Software OpenMediaVault hat etwa besonders niedrige Hardwareanforderungen wie z. B. 1 GB RAM. Dennoch sollten Sie sicherstellen, ausreichende Hardware zu haben, um eine solide Leistung zu erhalten.
Wie viele Festplatten kann ich anschließen?
Wie viele Festplatten Sie an einen Mini-NAS anschließen können, hängt von der Zahl der Ports am Mini PC ab. Externe Festplatten werden in aller Regel über USB-Ports installiert; gute Mini PCs haben zwischen vier und acht USB-Anschlüsse.
Welches NAS-Betriebssystem ist am besten für Anfänger?
Haben Sie nur wenig technisches Know-How und installieren Sie zum ersten Mal eine NAS-Software, empfehlen wir Ihnen, mit OpenMediaVault zu arbeiten. OpenMediaVault ist kostenlos, sehr benutzerfreundlich und hat niedrige Hardware-Anforderungen.
Wie schnell ist ein Mini NAS im Vergleich zu Synology/QNAP?
Ein moderner Mini PC ist mit 2.5GbE Ethernet-Anschlüssen ausgestattet, während viele gängige NAS-Modelle von Synology und QNAP noch auf 1GbE beschränkt sind. Damit sind Mini-NAS Netzwerke mehr als doppelt so schnell.
Brauche ich ECC-RAM für NAS?
Nein, Sie benötigen ein ECC-RAM für NAS nicht unbedingt. Allerdings kann die Anschaffung sinnvoll sein, wenn Ihnen Datensicherheit besonders wichtig ist. Ein ECC-Ram erkennt Datenfehler in Echtzeit, erhöht damit die Datenintegrität und verhindert Systemabstürze.























